ABC – Etüden Oktober 2026 – Das Fahrrad

Abglanz – säuerlich – scheuern.

Diese drei Wörter sind von Lisa und ihrem Blog Abenteuerzeit Familienreise für Christianes Oktober-Etüden vorgegeben.
Maximal 300 Worte darf die Geschichte enthalten und die vorgegebenen Wörter müssen in die Geschichte eingearbeitet werden.

In der ersten Oktober Etüde „Die Entscheidung“ hat sich die Protagonistin vorgenommen, ihr Leben ein wenig zu ändern. Vielleicht auch ein wenig mehr. Auf jeden Fall mehr als wahrscheinlich Ihrem Umfeld lieb ist.

„Der nächste Schritt“ war Teil 2 und Teil 3 „Der Abend„. Dieser verlief nicht ganz so, wie es unsere Protagonistin sich ihn sich vorgenommen hatte. Teil 4 „Der Vortrag“ gab ihr wieder Auftrieb, weil ihre beiden Kinder sich allem Anschein nach in die Situation, nicht mehr zur Schule gefahren zu werden, fügten.


Da es außerhalb der Saison war, konnte sie die Fahrräder am nächsten Tag schon wieder abholen. Positiv erstaunt ging sie auf die Bitte ihrer Kinder ein, dass diese die Velos selbst abholen wollten. Das hatte sie von ihnen, die sich sonst verhielten, als würden sie sich auf das Diplom in Lethargie vorbereiten, nicht erwartet.
So fuhren sie zusammen zum Fahrradladen. „Mama, warum hast Du denn kein Fahrrad?“, fragte ihre Tochter. „Schau mal, das würde doch super zu Dir passen“, rief ihr Sohn feixend als er neben einem eher biederen Hollandrad stand. Ja, warum eigentlich kein Fahrrad, dachte sie sich, aber ganz sicher nicht dieses Seniorenvehikel.
Ihre Tochter war auf einmal Feuer und Flamme. „Wir könnten dann einfach mal kleine oder größere Runden drehen. Nur wir zwei, so Mutter und Tochter“, schlug sie mit einem Seitenblick auf ihren Bruder vor, der sich säuerlich abwandte und sich die Fahrradhelme ansah, die im Abglanz der Sonne in den verschiedensten Farben leuchteten.
Durch die Begeisterung ihrer Tochter angesteckt schaute sie sich die Fahrräder auf der Ausstellungsfläche an. Sohnemann wurde es langsam zu langweilig und er schwang sich auf sein neu reparieren Rad und fuhr, noch ein wenig wackelig los. Schon machte sie sich Sorgen um ihn, ob er sicher zuhause ankommen würde, verwarf den Gedanken jedoch schnell. Der Weg war nicht so weit und führte nicht über stark befahrene Straßen.
Mit ihrer Tochter begutachtete sie in Ruhe die Fahrräder. Form und Farbe waren ausschlaggebend, aber auch die Form des Sattels, es sollte ja nichts scheuern.
Die Preise waren nicht ohne, aber den Floh, den ihre Tochter ihr ins Ohr gesetzt hatte, wurde sie nicht mehr los. Als der Fahrradhändler sah, dass sie Interesse an den Rädern zeigte, rief er seine Partnerin mit der Bemerkung „sie kann Sie besser beraten, so von Frau zu Frau“.