Abglanz – säuerlich – scheuern.
Diese drei Wörter sind von Lisa und ihrem Blog Abenteuerzeit Familienreise für Christianes Oktober-Etüden vorgegeben.
Maximal 300 Worte darf die Geschichte enthalten und die vorgegebenen Wörter müssen in die Geschichte eingearbeitet werden.
In der ersten Oktober Etüde „Die Entscheidung“ hat sich die Protagonistin vorgenommen, ihr Leben ein wenig zu ändern. Vielleicht auch ein wenig mehr. Auf jeden Fall mehr als wahrscheinlich Ihrem Umfeld lieb ist.
„Der nächste Schritt“ war Teil 2 und Teil 3 „Der Abend„. Dieser verlief nicht ganz so, wie es unsere Protagonistin sich ihn sich vorgenommen hatte.
Teil 4 „Einfach ist Anders“ zeigt, dass ein einmal in Bahnen verlaufendes Leben nicht so einfach durch eine Entscheidung auf einmal anders wird. Aber in Teil 5 „Der Vortrag“ bekommt sie wieder ein wenig Auftrieb, weil ihre beiden Kinder sich allem Anschein nach in die Situation, nicht mehr zur Schule gefahren zu werden, fügten.
Teil 5 heißt „Der Vortrag“ und bei Teil 6 haben wir sie und ihre Teenies zum Fahrradhändler begleitet. Von diesem Besuch lässt sie uns hier im siebten Teil ein wenig teilhaben.
Sie war vom gestrigen Besuch und der Beratung der Fahrradhändlerin immer noch begeistert. Da hatte doch ein Mann einfach seiner Geschäftspartnerin das Feld überlassen, weil er der Überzeugung war, dass diese eine Frau besser beraten könne, als er es als Mann tun könne.
Und es war in der Tat so:
Mareike, so stellte sie sich gleich vor und „ist es ok, wenn wir uns duzen? Ist einfacher.“, stellte gleich eine angenehme Basis her. Nicht von oben nach unten, von Fachfrau zu Käuferin, sondern auf Augenhöhe. Da fiel es ihr auch nicht schwer, zuzugeben, dass sie seit fast 20 Jahren nicht mehr auf einem Fahrrad gesessen hatte und damals eben ihr Dreigang-Damenrad hatte, mit dem sie die zwei Kilometer zur Uni und zurück gefahren ist.
Mareike ging mit ihr erst einmal die einzelnen Fahrradtypen durch, erklärte ihr die unterschiedlichen Eigenheiten, erklärte ihr auch warum dieses Rad besser zu ihr passen würde als ein anderes und stellte sie auch in eine Vorrichtung, in welcher sie detailliert vermessen wurde. „Unser 3D Scanner,“ sagte Mareike stolz. „Hotzi wollte ihn ja zuerst nicht, aber ich habe mich durchgesetzt – Mareike bedeutet ja auch so was wie die Widerspenstige“, lachte sie. Hotzi, war das etwa der Typ, der ihre Fahrräder repariert hatte?
„Ach so, sorry. Hotzi sagen wir aus dem Clan zu ihm, weil er in seiner Freizeit immer mit einem großen Hut und barfuß rumläuft und seine Bartstoppeln hast Du ja gesehen, ein Abglanz von einem Räuber Hotzenplotz.“
Zwischendurch kam ein Mann in den Laden, sein edles Rennrad schiebend. Er sah aus wie eine Presswurst in seinen Rennklamotten, So möchte ich nie aussehen, dachte sie. Und wenn ich so eine Figur bekommen würde, gäbe es bestimmt auch passendere Kleidung. Die muss ja bei jedem Schritt scheuern. Kein Wunder, dass der so säuerlich aus der Pelle schaut.
