Abglanz – säuerlich – scheuern.
Diese drei Wörter sind von Lisa und ihrem Blog Abenteuerzeit Familienreise für Christianes Oktober-Etüden vorgegeben.
Maximal 300 Worte darf die Geschichte enthalten und die vorgegebenen Wörter müssen in die Geschichte eingearbeitet werden.
In der ersten Oktober Etüde „Die Entscheidung“ hat sich die Protagonistin vorgenommen, ihr Leben ein wenig zu ändern. Vielleicht auch ein wenig mehr. Auf jeden Fall mehr als wahrscheinlich Ihrem Umfeld lieb ist.
Die einzelnen Episoden
- Die Entscheidung 07.10.2026
- Der nächste Schritt 09.10.2026
- Der Abend 11.10.2026
- Einfach ist Anders 12.10.2026
- Der Vortrag 14.10.2026
- Das Fahrrad 16.10.2026
- Die Beratung 18.10.2026
- Der Bodyscanner 20.10.2026
- Die Marmelade 21.10.2026
Zwei Tage waren zwischenzeitlich vergangen. Die beiden Geschwister hatten gar nicht bis zur nächsten Woche gewartet, um selbständig zur Schule zu kommen, sondern waren schon am nächsten Tag zur Verwunderung ihres Vaters zeitig zum Frühstück aufgetaucht, hatten dann ihre Räder geschnappt und waren losgezogen. Als sie ihm erzählte, daß sie die Fahrräder bei der Werkstatt richten ließen und die Kinder ganz scharf auf ihre neue Freiheit seien, erzählte sie ihm aber weder von der Idee, wieder studieren zu gehen, noch von der Überlegung, sich ein Velo zuzulegen. Dazu war das Frühstück zu kurz und es würde wieder in irgendwelchen ärgerlicher Sätzen enden. So ging er wieder in die Uniklinik und sie überlegte sich, was sie mit den säuerlichen Johannisbeeren machen sollte, die sie am Vortag im Garten geerntet hatte. Nachdem sie „Großmutters Koch- und Backbuch“ hervorgeholt hatte, eine Neuauflage des Buches, welches schon ihre Urgroßmutter besaß, stellte sie fest, dass es nur ein Abglanz des Originals war. Damals hatte sie mit großen Augen gelesen, dass man die Pfanne scheuern müsse, bevor sie verwendet würde. Diese Passage fand sie in der Neuauflage nirgends. Klar in der Zeit der Teflonpfannen und Spülmaschinen.
Aber jetzt zu den vielen Johannisbeeren. Sie entschied sich für Gelee und ging mit einem Elan an die Arbeit, den sie selten bei sich wahrgenommen hatte. Da fiel ihr ein, dass sich ihre Freundinnen per WhatsApp für heute Nachmittag bei „Chez Carlo“ verabredet hatten. Obwohl sie das zeitlich locker schaffen würde, schrieb sie kurz „Sorry, bin verhindert“. Sie wartete gespannt auf eine Antwort, aber es kam nichts. Keine Frage, warum, keine Erkundigung, ob es ihr gut gehe. Nichts, nothing, nada. Ein wenig trotzig sagte sie zu sich selbst „dann eben nicht“ und beschloss, auch wenn ihre Entscheidung noch nicht für oder gegen ein Fahrrad gefallen war, Mareike einen Besuch abzustatten.
