Silbenton hat für Juni die Juniverse 2026 gestartet. Jeden Tag ein anderes Wort. um das sich ein Gedicht ranken soll.
Für den 8. Juni ist das Wort „Kobold“.
Dazu eine kleine Vorbemerkung:
Wer kennt noch den „Kobold“-Staubsauger?
Meine Mutter hat jahrelang mit diesem, doch recht zuverlässigen Gerät die Wohnungsböden vom Staub befreit.
Bildquelle:
Hannes Grobe, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Ich kaufte mir einst voller Stolz
’nen Kobold aus Metall und Holz.
„Ein Kobold!“, rief ich voller Glück,
„der nimmt mir Arbeit ab am Stück.“
Ich kannte nämlich die Geschichten,
die alte Sagen uns berichten:
Von Kobolden, die – klein und flink –
erledigen manch läst’ges Ding.
So stellte ich ihn in den Flur
und wartete auf seine Tour.
Die Krümel lagen kreuz und quer,
doch meinen Kobold stört’s nicht sehr.
Ich sprach: „Nun zeig, was in dir steckt,
weshalb dein Name Hoffnung weckt!“
Doch er stand reglos, kalt und stumm
und wartete – auf mich. Wie dumm.
Erst als ich selbst den Griff ergriff,
begriff ich seinen ganzen Kniff:
Der Kobold war, wie sich’s erwies,
bei seiner Arbeit ziemlich mies.
Denn statt zu saugen ganz allein,
musste ich sein Kobold sein.
Ich schob ihn durch das ganze Haus –
und er ruhte sich dabei noch aus.
So dacht ich mir – ganz ungeniert:
Nicht jeder Name funktioniert.
Denn dieser Kobold, welch ein Kniff,
ließ mich die Arbeit tun – ich hielt den Griff.