Heute, am 27. Januar ist der »International Holocaust Remembrance Day«.
Lutz Prausser hat in seinem Blogbeitrag eigentlich alles gesagt, und trotzdem möchte ich auch von meiner Seite dazu beitragen, dass die Gräuel der Nazis im sogenannten »3. Reich« nicht vergessen werden. Und dass auch immer wieder gezeigt wird, dass es nicht nur Hitler und seine Schergen waren, die für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich waren, sondern sehr viele, die sich von den kranken Ideen dieser Ideologie anstecken ließen, bis tief in die »Bürgerschaft«.
Ich bin ein Stern
Inge Auerbacher, Überlebende aus dem KZ Theresienstadt
Sterne am Himmel, ein Stern an der Brust
Mama, ich weiß, ich habe es längst gewusst,
Kein Zeichen der Schande ist er, mein Stern,
Ich trage ihn mit Stolz, ich trage ihn gern.
Ein Stern als Lohn, der höchste Preis,
So war es immer, ja, Papa, ich weiß,
Es ist mir egal, was die anderen sagen.
Ich will ihn für mich und trotz allen tragen.
Ich bin ein Stern.
Wenn sie über mich lachen, wenn sie mich schelten,
für mich soll der Stern etwas anderes gelten.
Sie starren mich an, sie zeigen auf mich,
Sie sind ohne Stern, der Stern bin ich.
Sie sind von Gott, die Sterne der Nacht.
Auch mich, auch mich hat er gemacht.
Weine nicht, Mama, hör mein Versprechen,
Niemand wird meine Seele zerbrechen.
Ich bin ein Stern.
(Aus der Gedenktafel »Zeichen der Erinnerung“ am Stuttgarter Nordbahnhof)

Auch in Stuttgart wurden Tausende Menschen jüdischen Glaubens, Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des Landes, auf dem Killesberg gesammelt, durch den Pragfriedhof zum Stuttgarter Nordbahnhof getrieben, und zu den Konzentrationslagern Riga, Izbica, Auschwitz, Theresienstadt deportiert.
Wenige überlebten.
Was damals geschah, fand im Angesicht der damaligen Gesellschaft in aller Öffentlichkeit statt.
Unsere Gesellschaft muss sich ihrer Verpflichtung und Verantwortung bewusst sein, dass nie wieder so etwas geschieht.
Die Hoffnung und der Einsatz auf und für eine Welt ohne Gewalt, ohne Rassismus, ohne Fremdenfeindlichkeit, ohne Verletzung der Rechte und Würde anderer Menschen darf nie aufgegeben werden.
