Heute ist der 8. Mai. In manchen Bundesländern ist dieser Tag ein Feiertag. Und für uns alle sollte es ein Tag sein, an dem wir dankbar an das Ende der Nazi-Herrschaft gedenken.
Und trotzdem: Das Ende der Naziherrschaft in Deutschland war nicht das Ende des Faschismus, das Ende des rechtsextremen Gedankenguts und Antisemitismus.
Gerade in den letzten Jahren habe ich das Gefühl, dass die Pilze des Rechtsextremismus überall sprießen. Mal mehr, mal weniger, Und dort, wo die ersten Pilze ungestört wachsen können, werden es mehr. Die Sporen scheinen seit Jahrzehnten irgendwo in der Erde der Demokratie geschlummert haben und irgendein warmer Regen lässt die Braunpilze wachsen und natürlich auch wieder neue Sporen erzeugen.
Und leider denken immer mehr, dass diese Pilze gar nicht so schädlich sind, wie immer gesagt wird. Es gibt ja sogar eine demokratisch gewählte Partei, die diese Pilze schützt und sogar züchtet. Noch ist sich die andere Partei noch nicht ganz einig, ob sie sich mit den Pilzzüchtern zusammentun sollte, um auch in Zukunft an der Macht zu bleiben, aber spätestens wenn die Pilzzüchter bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt mit die stärkste Partei werden sollte, wird die Angst vor der Verbreitung unkontrollierten rechtsextremen Gedankenguts bei denen, die schon lange das „C“ für „christlich“ nicht mehr ernst nehmen, sinken oder gar über Bord geworfen werden.
Wir werden sicher nicht mehr ein „Drittes Reich“ mit Massenvernichtung erleben, aber eine Zeit, in der Menschen unterdrückt werden, Minderheiten schutzlos der rechtsextremen Willkür ausgeliefert werden, das Grundgesetz sukzessive ausgehöhlt wird und Rechtsprechung entweder nicht mehr befolgt wird (Grüße an Herrn Dobrindt an dieser Stelle) oder gar Staatsanwälte und Richter systemkonform eingestellt werden.
Man sollte daran denken: Das sogenannte „3. Reich“ ist entstanden durch die Schürung von Hass auf Andersdenkende und Minderheiten. Entstanden aus einer Unzufriedenheit und dem Gefühl, von den Siegermächten des 1. Weltkrieges „ungerecht“ behandelt worden zu sein.
Und es konnte wachsen durch die Ignoranz der Menschen und Parteien, die glaubten, dass Hitler und seine Helfershelfer nicht lange am Hebel bleiben werden.
Heute ist die Ignoranz und die Blindheit wieder da und darauf basierend wächst der Rechtsextremismus. Er wird nicht, oder wenn, dann nur halbseiden, bekämpft und wir haben jeden Tag mehr Angst, diesem Extremismus entgegenzutreten.
Wenn anstelle der Unterstützung gegen Faschismus von unserer Politik „Antifa“ als terroristische Vereinigung eingestuft werden soll, obwohl es gar keine organisierte „Antifa“ gibt, und die „Omas gegen Rechts“ auf einmal auch dieser „Antifa“ zugeordnet werden, dann bin ich gespannt, ob der 8. Mai in ein paar Jahren noch ein Feiertag der Befreiung vom Nationalsozialismus sein wird.
Ich auf jeden Fall feiere die Befreiung vom Nationalsozialismus und hoffe, dass ich irgendwann auch das Verbot der AfD, einer Partei, die die Demokratie mithilfe der demokratischen Mittel aushebeln möchte, feiern kann.
Gerne möchte ich hier auch auf die „Gedanken zum 8. Mai“ im Blog „Zwetschgenmann.de“ verweisen, die mir sehr gefallen haben.