Zugegeben, das Deutschlandticket ist nicht für Fernreisen gedacht und so bitte ich, diesen Bericht auch richtig einzuordnen. Ich hatte Zeit und wollte es versuchen.
2022 hatte ich unter dem Titel „Ein verrücktes Experiment“ von meiner Reise mit dem 9 Euro Ticket von Essen nach Schwäbisch Gmünd berichtet.
Und dieses Mal wollte ich einfach noch ein Stückchen weiter im Norden beginnen 😉
Der Plan:
- Abfahrt Kühlungsborn-West 6:40 (Mit Schmalspurzuschlag)
- Ankunft Bad Doberan 7:21
- Abfahrt Bad Doberan 7:30
- Ankunft Rostock 8:21
- Abfahrt Rostock 8:33
- Ankunft Berlin Hbf 11:11
- Abfahrt Berlin Hbf 12:01
- Ankunft Magdeburg Hbf 13:50
- Abfahrt Magdeburg Hbf 14:25
- Ankunft Erfurt Hbf 16:50
- Abfahrt Erfurt Hbf 17:52
- Ankunft Nürnberg Hbf 19:48
- Abfahrt Nürnberg Hbf 20:36
- Ankunft Waiblingen 22:52
- Abfahrt Waiblingen 23:02
- Ankunft Schwäbisch Gmünd 23:31
Also ca. 17 Stunden Regionalzüge.
Und jetzt zur Realität:

Um pünktlich 6:40 Uhr startet meine letzte Dampfzugfahrt mit dem Molli der Mecklenburgischen Bäderbahn. Werktags ist dies der erste Zug von Kühlungsborn nach Bad Doberan. Ankunft in Bad Doberan pünktlich um 7:21 Uhr.
Mit 10 Minuten Verspätung starte ich dann mit dem RB 11 nach Tessin mit Halt in Rostock Hauptbahnhof. Der Zug ist ziemlich voll, da es sich nur um eine Einheit der Dieseltriebwagenbaureihe 642 handelt. Die zehn Minuten Verspätung werden auch nicht aufgeholt, aber ich habe in Rostock trotzdem noch 32 Minuten Umsteigezeit.


Rostock – Berlin Hbf ist das nächste Teilstück. Der RE 5 startet mit zehn Minuten Verspätung, kommt aber pünktlich um 11:11 Uhr in Berlin Hauptbahnhof an.
Da mein nächster Zug nach Magdeburg erst 12:01 Uhr abfährt, hole ich mir noch einen Kaffee und zwei Brezeln.
Nach Magdeburg starte ich mit dem ODEG RE1 pünktlich um 12:01 Uhr. Und hier schließe ich erstmal mein Smartphone an die Steckdose im Zug an, denn heutzutage ist das Smartphone das Schweizer Taschenmesser der Zugreisenden. Deutschlandticket drauf und die DB App, um informiert zu bleiben.

Die Freude über die Zuverlässigkeit der Deutschen Bahnbetriebe findet in Magdeburg jährlich ein Ende, als der geplante Zug nicht am angezeigten Bahnsteig abfährt. Ich bin nicht alleine mit meinen Fragezeichen. Scheinbar ist der Zug doch irgendwo am Magdeburger Hauptbahnhof abgefahren, da die App zeigt, wie er die Verspätung aufhalten. Leider ohne mich. Es gab keinen Hinweis auf eine Gleisänderung. Weder an der Anzeigetafel, noch bei irgendeiner Durchsage oder in der App.
Der nächste Zug fährt zwei Stunden später, so dass der Puffer auf den spätesten Zug vor der Nachtpause zunichte ist.
Also jetzt erstmal nach Erfurt und dann nach Nürnberg.

Mit knapp 15 Minuten Verspätung und einem ziemlich voll besetzten Triebwagen geht es nun knappe zwei Stunden durch Feld und Wiese nach Erfurt.
19:52 Uhr und pünktlich fahre ich jetzt mit dem RE29 nach Nürnberg.
Da ich von dort keine irgendwie sinnvolle Verbindung mehr bekomme, wird die Deutschlandticketreise für ein paar Stunden im Hotel unterbrochen.

Am nächsten Morgen:

Nach einer Übernachtung in einem Hotel in Bahnhofsnähe bin ich wieder am Nürnberger Bahnhof, um im Regionalexpress nach Augsburg bis nach Donauwörth zu fahren. Abfahrt Nürnberg 4:40, Ankunft in Donauwörth um 5:50 Uhr.
Noch zwei Züge, dann bin ich zuhause. Hier kommt schon der RE89, der mich von Donauwörth nach Aalen bringt.

Was letztendlich aus dem Plan wurde:
Die fett geschriebenen Zeilen sind abweichend vom Plan (Bis Magdeburg hat alles geklappt).
- Abfahrt Kühlungsborn-West 6:40 (Mit Schmalspurzuschlag)
- Ankunft Bad Doberan 7:21
- Abfahrt Bad Doberan 7:30
- Ankunft Rostock 8:21
- Abfahrt Rostock 8:33
- Ankunft Berlin Hbf 11:11
- Abfahrt Berlin Hbf 12:01
- Ankunft Magdeburg Hbf 13:50
- Abfahrt Magdeburg Hbf 16:25
- Ankunft Erfurt Hbf 18:50
- Abfahrt Erfurt Hbf 19:52
- Ankunft Nürnberg Hbf 21:48
- Abfahrt Nürnberg Hbf am nächsten Morgen um 4:40
- Ankunft Donauwörth 5:50
- Abfahrt Donauwörth 6:07
- Ankunft Aalen 7:23
- Abfahrt Aalen 7:35
- Ankunft Schwäbisch Gmünd 7:53
Aus 17 Stunden wurden 25 Stunden, bis ich wieder zuhause war. Viele verschiedene Züge, viele Bahnhöfe und viele Menschen. Und eine ungeplante Übernachtung.
Aber:
Wenn das Missgeschick in Magdeburg mit dem nicht kommunizierten Gleis Wechsel nicht gewesen wäre, hätte mein ursprünglicher Fahrplan geklappt. Die Züge waren soweit pünktlich, es gab keine grösseren Verspätungen
