Heute ging es von Ústí nad Labem nach Litomĕřice. Keine lange Fahrt, aber wir wollten uns Zeit nehmen für Terezín, vielen als Theresienstadt bekannt.

Gleich nach dem Frühstück die erste Anstrengung. Der Radweg führt über eine Stahlbrücke und die Treppen, zwar mit Schiene fürs Fahrrad, sind ziemlich steil. E-Bikes haben in diesem Fall sämtliche Vorteile verspielt, insbesondere wenn man noch Gepäck für drei Wochen aufgesattelt hat. Ich sag‘ nur: Ich habe mal wieder festgestellt, dass ich keine zwanzig mehr bin. Mein Rücken sagt mir heute den ganzen Tag „Mach das nie wieder“.
Geschafft. Wir sind auf der anderen Elbseite und werfen noch einen Blick auf die wunderschöne Stahlträgerbrücke. Ach ja, im Hintergrund Hotel Větruše, ein Luxushotel.


Die nächste Treppenkletterpartie mit Fahrrad wartet auf uns an der Staustufe Masarykovo.
Nach etlichen nicht bloggeeigneten Flüchen konnte ich, einigermaßen außer Atem, noch die Burgruine Schreckenstein (Hrad Střekov) fotografieren. Schön von unten.


Vor der Staustufe gleicht die Elbe eher einem See zwischen Hügeln als einem Fluss.
In Libochovany beeindruckte die neugotische Kirche Mariä Geburt aus den Jahren 1893 bis 1895.


Und dann erreichten wir Terezín. Wir fuhren durch das einstige Ghetto Theresienstadt, während der NS Zeit das größte NS Ghetto im Protektorat Böhmen und Mähren.
In der Festung 1 wurde das Sammel- und Durchgangslager eingerichtet. In weniger als vier Jahren bis zur Befreiung 1945 waren 140.000 Menschen inhaftiert. Über 35.000 starben aufgrund der Haftbedingungen im Lager, die meisten von den Insassen wurden jedoch weiter Richtung Osten deportiert und in den Vernichtungslagern ermordet.

Mit Fassungslosigkeit verließen wir Terezín und gingen erst einmal in unsere Pension. Nachdem wir uns ein wenig erholt hatten, konnten wir einen kleinen Rundgang durch Litomĕřice machen.



Dies für heute. Nachdenklich verabschiede ich mich heute.