ABC – Etüden Oktober 2026 – Der Hefezopf

Abglanz – säuerlich – scheuern.

Diese drei Wörter sind von Lisa und ihrem Blog Abenteuerzeit Familienreise für Christianes Oktober-Etüden vorgegeben.
Maximal 300 Worte darf die Geschichte enthalten und die vorgegebenen Wörter müssen in die Geschichte eingearbeitet werden.

In der ersten Oktober Etüde „Die Entscheidung“ hat sich die Protagonistin vorgenommen, ihr Leben ein wenig zu ändern. Vielleicht auch ein wenig mehr. Auf jeden Fall mehr als wahrscheinlich Ihrem Umfeld lieb ist.

Was die Beiden bei Kaffee und einem „adligen Hefezopf“ („von“ Gestern) besprochen haben, ist nicht überliefert, aber wie man herauslesen kann, war es wohl höchste Zeit, dass das Gespräch geführt wurde und es sieht so aus, als ob es eine Veränderung geben könnte.



Die einzelnen Episoden

  1. Die Entscheidung 07.10.2026
  2. Der nächste Schritt 09.10.2026
  3. Der Abend 11.10.2026
  4. Einfach ist Anders 12.10.2026
  5. Der Vortrag 14.10.2026
  6. Das Fahrrad 16.10.2026
  7. Die Beratung 18.10.2026
  8. Der Bodyscanner 20.10.2026
  9. Die Marmelade 21.10.2026
  10. Die Lieblingskundin 22.10.2026
  11. Das Gespräch 23.10.2026
  12. Das Team 24.10.2026
  13. Die Kinder 25.10.2026
  14. Der Ehemann 26.10.2026
  15. Der Grillabend 27.10.2026
  16. Die Verwandlung 28.10.2026
  17. Der Hefezopf 29.10.2026

Es würde nicht leicht sein, nochmals das Gespräch auf ihre Pläne zu bringen. Ihr Mann hatte jetzt zwar erfahren, was sie vorhatte und sie hatte das Gefühl, dass er nicht absolut dagegen war. Dazu hatten sicher auch Mareike und Hotzi beigetragen, die das Zusammensein sehr locker und angenehm gemacht hatten. So ganz anders als bei den Müllers. Auch ihr Mann hatte sich so gegeben, wie sie ihn von früher kannte.
Sie musste heute einfach das Thema nochmals ansprechen, auch wenn sie vielleicht dann an einer Wunde scheuern würde, die sich gekränkte Eitelkeit nannte und von der sie glaubte, dass ihr Mann da sehr schnell infiziert werden konnte. Sie hatte allerdings nicht das Gefühl gehabt, dass ihm das alles säuerlich aufgestoßen wäre, als gestern das Gespräch auf ihre neue Tätigkeit kam. Aber sie musste es ausdiskutieren, ihren Standpunkt nochmals darlegen, ihm sagen, dass sie es einfach machen möchte. Machen will.
Ihr Mann war ziemlich schnell wieder in die Garage verschwunden um an seinem Fahrrad herumzuschrauben. Nach einer Stunde ging sie zu ihm und erkundigte sich nach dem Stand der Dinge in Sachen Fahrradinstandsetzung.
Er schaute auf und schmunzelte: „Ein Blinddarm zu entfernen ist für mich einfacher, als so ein Rad zu reparieren. Bist Du morgen schon im Laden? Dann würde ich einfach vorbei kommen und Euch die Aufgabe übertragen, den Patienten zu operieren.“ Er putzte die Hände an seiner alten Jeans ab und meinte: „Ich hab genug von der Schrauberei. Lass uns einen Kaffee trinken. Ein nicht mehr ganz frischer Abglanz Deines Hefezopfes wird ja noch übrig sein.“
Der Kaffee war frisch, der Hefezopf einen Tag alt und das Gespräch dauerte relativ lange. Und es war höchste Zeit, dass es geführt wurde. Sie hatte immer mehr das Gefühl, dass sich bei allen in der Familie in kleinen Schritten etwas ändern würde.